Dienstag, November 21, 2006

3. November 2006: The Red Center

30 Grad, on the road, Australia

In the middle of Australia - Uluru

Unsere Tour begann um 6.15 Uhr in Alice Springs. Dort sind wir mit 10 anderen Fruehaufstehern in den Tour Bus gestiegen und los ging's. Nach allerdings nur 60 Kilometern spielte uns die Technik einen Streich. PANNE! Mitten im Outback. Zum Glueck nahm uns ein anderes Fahrzeug bis zur naechsten Kamelfarm mit, wo wir uns ausgiebig vergnuegen durften bis unser eigener Bus wieder fit war. Australien hat die groesste Population von wilden Kamelen. Sie kamen im 19. Jahrhundert als Lasttiere aus Asien, aber seit Eisenbahn und Automobil braucht man sie nicht mehr. Nun leben diese Kamele frei und wild und vermehren sich prächtig. 600.000 Exemplare im Ganzen. Einige davon fristen ihr Dasein auf Kamelfarmen, wo sie Transportmittel, Fleischlieferant und Touristenattraktion sind. Dort hatten wir auch genuegend Zeit zum Schauen und Ausprobieren. Dass wir auf den Kamelen geritten sind, ist ja klar. Auch sonst gab es etwas zu sehen; "tierische Liebeleien" auf der Farm. Ein Kamel hatte einen Emu ganz und gar in sein Herz geschlossen und seinen (oder ihren) Schnabel herzerweichend mit seinem dicken Maul abgeschlabbert.

Nach einem Camel-Burger gings weiter Richtung Uluru. Noch 3 Stunden durch's Outback - die Entfernungen sind wirklich enorm. Der Uluru-Kata Tjuta National Park liegt 340 Kilometer suedwestlich von Alice Springs. Das Outback ist zwar rostig rot (wegen des hohen Eisengehaltes im Boden) und trocken, aber erstaunlich stark bewachsen mit Straeuchern und kleinen Baeumen. Uluru hiess bis 1995 Ayers Rock und stammt aus Pitjantjartjara, der Sprache der Anangu, die lokal ansaessigen Aboriginies. Der gesamte Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark gehoert zum UNESCO Weltnatur- und Weltkulturerbe. Er ist 1336 Quadratkilometer gross. Der Fels ist 3.5 Kilometer lang und bis zu 2 Kilometer breit und hat einen Umfang von rund 10 km. Er ragt 350 Meter ueber das umliegende Land empor.

Als wir (endlich) in unserem Bushcamp angekommen sind und auf einen kleinen Ausflugshuegel gestiegen sind, sahen wir ihn! Uluru - erhebt sich einfach so ueber das Bushland. Wuerdevoll und rot. Es ist ein merkwuerdiges Gefuehl, denn auf der einen Seite kennt man ihn (von Postkarten, aus Buechern etc.) und auf der anderen Seite scheint es surreal. Aber er ist da!

Uluru und die benachbarten Kata Tjuta sind circa 800 Millionen Jahre entstanden. Geröll und Schlamm sammelten sich in einer Senke und verklumpten sich unter hohem Druck. Ein Teil der Verklumpungen trat infolge von Erdbewegungen wieder an die Oberfläche. Uluru ist Teil einer größtenteils unterirdischen Felsformation, deren Dicke auf bis zu 5 Kilometer und Breit auf 100 Kilometer geschaetzt wird.

Wir sind einmal um Uluru - den heiligen Felsen der Aboriginies - gelaufen. Das dauert circa 2.5 Stunden inklusive diversen Fotostopps. Der Felsen gilt als spirituelle Zentrum der Aboriginies. In der traditionellen Lebensweise kamen hier die mehr als 700 Staemme aus allen Teilen Australien zusammen fuer Zeremonien etc.. Uluru ist die spirituelle und wohl auch ganz praktische Mitte. Es gibt viele Pflanzen und Tiere zum sammeln und jagen. Um Uluru ranken sich Legenden der australischen Ureinwohner, die Begebenheiten der Traumzeit erzählen und so verschiedene Unregelmäßigkeiten im Aussehen der Felsen zu erklären versuchen. Der heilige Felsen darf aus der Sicht der Aboriginie nicht bestiegen werden. Sie bitten die Besucher, das nicht zu tun, hindern allerdings auch niemanden daran. Es ist dagegen immer verboten, von bestimmten, besonders gekennzeichneten heiligen Stätten am Fuß des Uluru Fotos zu machen - es sei denn man ist willens eine satte Strafe zu zahlen.

Uluru zu sehen - bei Sonne, Sonnenuntergang und Sonnenaufgang - war ein ganz ganz besonderes Erlebnis.

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