Donnerstag, November 30, 2006

7. November 2006: Magnetic Island

33 Grad, Magnetic Island, Australia

Koalas und ganz viel Eukalyptus

Magnetic Island besteht nicht aus magnethaltigem Gestein wie James Cook 1770 dachte als sein Kompass hier verrückt spielte. Aber diesem Missverständnis hat die Insel ihren Namen zu verdanken. Sie ist ziemlich bergig und vorwiegend mit Eukalyptus-Wäldern bewachsen. Beste Vorraussetzung Koalas zu sehen, die sich ausschließlich davon ernähren. Wir haben zwei zu Gesicht bekommen. Sie sind mit ihrer Fellfärbung und fast-Leblosigkeit wirklich gut in den Bäumen getarnt. Man erkennt diese kleinen Beuteltiere vor allem an der dunklen, knuffigen Nase und den großen Ohren. Koalas verbringen ihre Zeit äußerst eintönig - sie schlafen bis zu 20 Stunden, um Energie zu sparen. Dafür machen sie es sich auf Bäumen bequem und klemmen sich zwischen Astgabeln, damit sie nicht während des Schlafes vom Baum purzeln.

Die restlichen vier Stunden des Tages fressen sie. Ein erwachsener Koala benötigt pro Tag rund 200 bis 400 Gramm Blätter. Sie fressen zwar Eukalyptus, aber natürlich nicht jedes und natürlich nur ausgewähltes. Denn Eukalyptus enthält Giftstoffe, die der Koala zwar in gewissen Maßen tolerieren kann, aber zu hohe Konzentrationen auch für ihn giftig sind. Man sieht ihnen die Sorgfalt geradezu an: zuerst strecken sie einen Arm aus und pflücken mit großer Sorgfalt einige, ausgewählte Blätter, bevorzugt ältere, in denen die Giftstoffe nicht mehr so konzentriert vorliegen. Danach beschnuppern sie sie sorgfältig, bevor sie einen Bissen nehmen. Zuletzt werden sie zu einem Brei zerkaut und geschluckt. Koalas trinken ganz selten. Ihnen reichen die wasserreichen Eukalyptus-Blätter.

Das alles habe ich natürlich nicht selbst beobachtet, sondern von unserem schlauen Tour-Guide. Unsere Koalas waren nämlich gerade in ihrer Schlafphase. :-)

6. November 2006: Great Barrier Reef

28 Grad, Cairns, Australien

Great Barrier Reef - Great Mutprobe

Die Wüste liegt hinter uns, vor uns das Great Barrier Reef - und damit die Mutprobe 'Schnorcheln im OFFENEN Meer'. Wir sind optimistisch, denn jährlich besuchen circa 1.8 Millionen Touristen das Riff, von denen bestimmt auch einige mit Schnorchel, Maske und Flossen unter- und wieder auftauchen. Hence, we give it a try.

Wir starten in Cairns, einem kleinen Städtchen, das für viele Ausgangspunkt für einen Besuch des äusseren Great Barrier Reef ist. 85 Prozent aller Reef-Touristen kommen nach Cairns und Airlie Beach weiter südlich (wo wir auch waren..:-)), um das Great Barrier Reef zu erleben.

Das Great Barrier Reef befindet sich nordöstlich vor Australien. Es wächst langsam und dehnt sich über eine Fläche von 347.800 km² aus. Es besteht aus einer Kette von mehr als 2.900 Einzelriffen, knapp 1.000 Inseln und Sandbänken. Wenn ihr das nächste Mal im Weltall seid, achtet darauf. Das Great Barrier Reef ist mit dem bloßen Auge aus dem All sichtbar. Great, indeed. Keine Überraschung also, dass die UNESCO das Great Barrier Reef 1981 zum Weltnaturerbe erklärt hat und so schützt.

Für unsere Schnorchelgänge sind wir zunächst 1.5 Stunden mit Boot unterwegs: Richtung offenes Meer. Irgendwann ist das wirklich ein komisches Gefühl, denn die Sicht bleibt nach Norden, Süden, Osten und Westen im gleich: blauer Ozean. Und da soll man reinspringen?!

Für Sorgen bleibt auf dem Boot aber nur wenig Zeit. Denn es gilt den Instruktionen zu lauschen ('never stand on the reef!' ...'and don't call for help just for the fun of it' etc.), sich in einen schicken Neoprenanzug zu zwängeln und das passende Equipment auszusuchen. Und dann geht's schon los. Das Boot ankert in Distanz zum Reef, es werden Begrenzungsseile - wie im Schwimmbad - ausgeworfen und dann muss man einfach eintauchen in dieses riesige Freiluft-Aquarium. Es schimmert und leuchtet - wie Las Vegas unter Wasser. Irgendwie unwirklich. Fische schwimmen in unverschämt leuchtenden Farben ohne Scheu direkt neben und vor uns (Was sind das wohl für ein komische Fische?), Korallen wiegen sich anmutig zur Meeresmelodie und der Rest der Welt ist ganz weit weg. Das Riff unter uns ist mit den Händen greifbar, was wir natürlich schön unterlassen, denn Korallenriffe sind sehr empfindliche Ökosysteme. Jede Berührung - gewollt oder ungewollt - verändert und schadet. Korallen sind sehr heikel - sie überleben nur bei Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad Celsius. Steigt nun die Wassertemperatur, sterben die Algen, die auf den Korallen leben, ab. Das allerdings wäre fatal, denn die Koralle wird von diesen Algen mit Nährstoffen versorgt und sie bekommt ihre Farben durch sie. Erhöht sich die Wassertemperatur konstant, sterben die Korallen. Also halten wir's wir mit dem Motto: Schauen, bewundern und nichts beschädigen.

Unsere erfolgreich bestandene Mutprobe 'Schnorcheln' musste belohnt werden. Mit einem Hubschrauberflug! Es gibt ganz kleine Helikopter, die wie Spielzeuge aussehen, und eine tolle Sicht auf das Great Barrier Reef bieten. Im Wasser liegt ein Ponton, auf dem so eine kleine Flugmaschine steht und darauf wartet lautlos abzuheben. Was für ein Erlebnis und Abschluss eines aufregenden Tages!

4. November 2006: Red Center

30 Grad, Kings Canyon, Australia

Wandern im Kings Canyon


Bevor wir nach Alice Springs zurück fuhren, wartete der Watarrka-Nationalpark mit dem Kings Canyon, der größten Schlucht Australiens auf uns. Das Flüßchen Kings Creek hat die bis 270 Meter tiefe Schlucht in Millionen Jahren Kleinarbeit in das Hochplateau gegraben. Den Creek gibt es immer noch, deshalb ist es IN der Schlucht ziemlich grün. Man findet Oasen, zum Beispiel das 'Valley of Eden', ein Wasserpool umgeben von 100m hohen Steilwänden mit vielfältiger Vegetation. Da mussten wir natürlich reinspringen! Auf dem Plateau wandern wir durch die 'Lost City, Felsendome, in deren Höhlen die lokalen Aborignies geschlafen und spirituelle Zeremonien abgehalten haben. Es erstaunt, wie an diesem Fleckchen Erde alles blüht und grünt - geschützt in der Schlucht, während ausserhalb nur Spinifex und wenige Bäume die Landschaft ausmachen.

Mittwoch, November 22, 2006

3. November 2006: The Red Center

16 Grad, Under the Stars, Outback

Uluru - First night out

Was ist ein Swag? Das wussten wir auch nicht, bis unser Guide es uns Unwissenden erklaerte. Das ist ein manns-grosse Schlaftasche, in die allerdings noch der eigentliche Schlafsack hineinpasst. Mann kann sie vollstaendig zumachen, damit ja kein Outback-Tierchen hineinkrabbeln kann; Skorpione, Schlangen, giftige Tausendfuessler und so etwas.

Nach dem Dinner gab's erst eine Demonstration und dann die laessige Frage, wer unter dem Sternenhimmel schlafen will. Freie Platzwahl. Sollten wir? Hm, hm - yes, we shall! Gesagt, getan. Ich sag's Euch, es war eine ganz schoene Ueberwindung im naechtlichen Outback - auf dem besagten Ausblickshuegel - unser Nachtlager aufzuschlagen. Ueberraschenderweise waren wir da oben ganz alleine und fuehlten uns relativ sicher. Ueberall raschelte es und natuerlich sahen und hoerten wir am Anfang tausend kleine gefaehrliche Lebenwesen. Als sich diese Outback Paranoia gelegt hatte, konnten wir unsere Schlafumgebung ausgiebig geniessen: Uluru als Schatten in der Ferne, ueber uns allein der helle Mond, das Kreuz des Suedens und Millionen Sterne.


Dienstag, November 21, 2006

3. November 2006: The Red Center

30 Grad, on the road, Australia

In the middle of Australia - Uluru

Unsere Tour begann um 6.15 Uhr in Alice Springs. Dort sind wir mit 10 anderen Fruehaufstehern in den Tour Bus gestiegen und los ging's. Nach allerdings nur 60 Kilometern spielte uns die Technik einen Streich. PANNE! Mitten im Outback. Zum Glueck nahm uns ein anderes Fahrzeug bis zur naechsten Kamelfarm mit, wo wir uns ausgiebig vergnuegen durften bis unser eigener Bus wieder fit war. Australien hat die groesste Population von wilden Kamelen. Sie kamen im 19. Jahrhundert als Lasttiere aus Asien, aber seit Eisenbahn und Automobil braucht man sie nicht mehr. Nun leben diese Kamele frei und wild und vermehren sich prächtig. 600.000 Exemplare im Ganzen. Einige davon fristen ihr Dasein auf Kamelfarmen, wo sie Transportmittel, Fleischlieferant und Touristenattraktion sind. Dort hatten wir auch genuegend Zeit zum Schauen und Ausprobieren. Dass wir auf den Kamelen geritten sind, ist ja klar. Auch sonst gab es etwas zu sehen; "tierische Liebeleien" auf der Farm. Ein Kamel hatte einen Emu ganz und gar in sein Herz geschlossen und seinen (oder ihren) Schnabel herzerweichend mit seinem dicken Maul abgeschlabbert.

Nach einem Camel-Burger gings weiter Richtung Uluru. Noch 3 Stunden durch's Outback - die Entfernungen sind wirklich enorm. Der Uluru-Kata Tjuta National Park liegt 340 Kilometer suedwestlich von Alice Springs. Das Outback ist zwar rostig rot (wegen des hohen Eisengehaltes im Boden) und trocken, aber erstaunlich stark bewachsen mit Straeuchern und kleinen Baeumen. Uluru hiess bis 1995 Ayers Rock und stammt aus Pitjantjartjara, der Sprache der Anangu, die lokal ansaessigen Aboriginies. Der gesamte Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark gehoert zum UNESCO Weltnatur- und Weltkulturerbe. Er ist 1336 Quadratkilometer gross. Der Fels ist 3.5 Kilometer lang und bis zu 2 Kilometer breit und hat einen Umfang von rund 10 km. Er ragt 350 Meter ueber das umliegende Land empor.

Als wir (endlich) in unserem Bushcamp angekommen sind und auf einen kleinen Ausflugshuegel gestiegen sind, sahen wir ihn! Uluru - erhebt sich einfach so ueber das Bushland. Wuerdevoll und rot. Es ist ein merkwuerdiges Gefuehl, denn auf der einen Seite kennt man ihn (von Postkarten, aus Buechern etc.) und auf der anderen Seite scheint es surreal. Aber er ist da!

Uluru und die benachbarten Kata Tjuta sind circa 800 Millionen Jahre entstanden. Geröll und Schlamm sammelten sich in einer Senke und verklumpten sich unter hohem Druck. Ein Teil der Verklumpungen trat infolge von Erdbewegungen wieder an die Oberfläche. Uluru ist Teil einer größtenteils unterirdischen Felsformation, deren Dicke auf bis zu 5 Kilometer und Breit auf 100 Kilometer geschaetzt wird.

Wir sind einmal um Uluru - den heiligen Felsen der Aboriginies - gelaufen. Das dauert circa 2.5 Stunden inklusive diversen Fotostopps. Der Felsen gilt als spirituelle Zentrum der Aboriginies. In der traditionellen Lebensweise kamen hier die mehr als 700 Staemme aus allen Teilen Australien zusammen fuer Zeremonien etc.. Uluru ist die spirituelle und wohl auch ganz praktische Mitte. Es gibt viele Pflanzen und Tiere zum sammeln und jagen. Um Uluru ranken sich Legenden der australischen Ureinwohner, die Begebenheiten der Traumzeit erzählen und so verschiedene Unregelmäßigkeiten im Aussehen der Felsen zu erklären versuchen. Der heilige Felsen darf aus der Sicht der Aboriginie nicht bestiegen werden. Sie bitten die Besucher, das nicht zu tun, hindern allerdings auch niemanden daran. Es ist dagegen immer verboten, von bestimmten, besonders gekennzeichneten heiligen Stätten am Fuß des Uluru Fotos zu machen - es sei denn man ist willens eine satte Strafe zu zahlen.

Uluru zu sehen - bei Sonne, Sonnenuntergang und Sonnenaufgang - war ein ganz ganz besonderes Erlebnis.

2. November 2006: Red Center

33 Grad, Alice Springs, Australia

In the middle of Australia - Alice Springs

Ins rote Zentrum - nach Alice Springs - zu gelangen, ist relativ einfach. Man setzt sich in den Flieger. Doch nach 2.5 Stunden ist man in einer komplett anderen Welt. Es ist heiss, trocken, rot und vor allem einsam. Man ist im Herzen Australiens, im australischen Outback, in Alice Springs angekommen und rund 1500 Kilometer von jeder nächstgrößeren Stadt nach Norden, Osten, Süden und Westen enfernt. Das Land giftiger Reptilien, vor allem die Common Brown Snake soll es hier häufiger geben als anderswo, über die Strasse flitzen überdimensionierte Kakerlaken, der heisse Wind weht einzelne Spinifex über die Wiese und irgendwo hört man 'Spiel mir das Lied vom Tod', meint man zumindest. Wie in einem Wim Wenders Film. Trotzdem leben hier 28.000 Leute, von denen die meisten aber nach circa 3 Jahren weiter ziehen. Wüstenkoller. Alice Springs ist die einzige größere Stadt im Zentrum Australiens, genauer gesagt im Northern Territory und liegt am Todd River, der aber nur einige Tage im Jahr Wasser trägt. Diese Umgebung bringt wundersame Aktivitäten hervor wie das jährlich stattfindene Bootsfestival. Da treten aufgepeppte Boote gegeneinander an; der schnellste gewinnt. Der Trick an der Sache ist die, dass der Todd River KEIN Wasser hat und die Boote KEINEN Boden haben. Die Leute stehen quasi in den Booten, die Beine schauen unten raus und laufen dann einfach was das Zeug hält. In diesem Jahr allerdings ist das Festival ausgefallen, weil es regnete und der Fluss ausgerechnet dann Wasser trug. Glaubt man das! Alice Springs, 1872 gegründet, während die Telegrafenverbindung quer durch Australien gebaut wurde, erhielt seinen Namen vom Landvermesser William Mills, der zusammen mit Todd, seinem Chef, (nach dem der Fluss benannt ist) die ehrenvolle Aufgabe hatte, eine Telegrafenstation zu bauen. Er fand einen großen Teich, hielt ihn für eine Wasserquelle und nannte sie zu Ehren der Frau seines Chef nach ihr: Alice Springs. Ironie nur, dass Alice Todd es vorzog, lieber in Adelaide im Süden Australiens zu bleiben und never ever in der Wüste zu leben.

Montag, November 20, 2006

November 2006: Touring Aussie Land

We had a fabulous time on this huge continent called Australia!! Wir haben so viele Eindrücke und Erlebnisse mitgenommen, die wir wohl noch mit vor Stolz geschwollener Brust unseren Enkeln erzählen werden...surviving deadly snakes and other reptiles, sleeping in swags under the stars, heavenly beaches, lovely stinger suits, riding horses, piercing goats, flying and sailing. Aber eins nach dem anderen.

Unsere Tour begann Anfang November mit einem Flug von Sydney nach Alice Springs (2022 km), mitten ins 'rote Zentrum', ging dann weiter nach Cairns (1974 km) am nördlichen Teil der Ostküste, von wo aus wir uns weiter südlich nach Brisbane (1391)'vorgearbeitet' haben. Von dort ging es mit Flieger zurück nach Sydney (752 km). 6139 Kilometer - und man ist immer noch im gleichen Land. Dabei ist das ganze Land - im Vergleich zu Europa - geradezu unterbevölkert; auf insgesamt 8.682 Millionen Quadrat-Kilometer leben nur 2.3 Menschen pro Quadrat-Kilometer. In Europa hingegen drängeln sich 132,6 auf läppischen 3.689 Millionen Quadrat-Kilometern.

Aber gemach, gemach; schauen wir uns eine Etappe nach der anderen an. 1. Red Center, 2. Cairns & Great Barrier Reef, 3. Whitsunday Islands, 4. Fraser Island.