Montag, Dezember 18, 2006

17. Dezember 2006: Segeln in Sydney

26 Grad, Sydney, Australia

Sail away

Gemütlicher Abschluß der QMF Konferenz (Mathe, Mathe und noch mehr Mathe) in Manley war die Einladung des Konferenz-Gastgebers zu einer gemeinsamen Segelfahrt in den vielen Buchten vor Sydney. Was für eine schöne Idee! Ein Boot war schnell gemietet, 10 Crew-Member, alles Mathematiker, rekrutiert und der blaue Himmel bestellt - solide Ausgangsbasis für einen lustigen Tag auf See.
Jeder stand mal am Ruder, holte Segel ein oder lag einfach auf Deck in der Sonne. Dass am Abend der (Land-)Boden unter unseren Füßen noch weiter schwankte, nahmen wir als marginales Ärgernis gern in Kauf.

The Scared Weird Little Guys

Popular Road Songs

Deadly Animals
by The Scared Weird Little Guys

Australien's Landschaft inspiriert offensichtlich alle Kreativen. In diesem Fall eine Comedy Band, die Werbung für ihre Heimat machen wollen...indem sie einfach alle giftigen Tiere auflisten. Wir haben das Lied auf jeder Tour gehört und können es fast auswendig :-). Welcome to Australia!

Here are the lyrics:

Redback, Funnel-Web, Blue-ringed octopus
Taipan, Tigersnake and a Box jellyfish Stonefish
and the poison thing that lives in a shell
That spikes you when you pick it up

Come to Australia
You might accidentally get killed
Your life's constantly under threat

Have you been bitten yet?
You've only got three minutes left
Before a massive coronary breakdown
Redback, Funnel-Web, Blue-ringed octopus
Tiapan, Tigersnake and a Box jellyfish
Big shark just waiting for you to go swimming at Bondi Beach

Come to Australia
You might accidentally get killed
Your blood is bound to be spilled
With fear your pants will be filled
Because you might accidentally get killed

Mittwoch, Dezember 13, 2006

9. Dezember 2006: Kangaroo Island

39 Grad, Aidelaide, Southern Australia

Kangaroos and Koalas really up close

Abschluß meiner Great Ocean Road Tour sollte Kangaroo Island werden. Zwei Tage auf der drittgrößsten Insel Australiens - etwa 145 Kilometer lang, 60 Kilometer breit, 16 Kilometer vom Festland entfernt, 4000 Einwohner und voll gepackt mit Wildlife.

Doch der Start ins Inselabenteuer wackelte mächtig nachdem ein Gewitter in der Nacht Teile der Insel zum Brennen brachte. Buschfeuer! Did not look too good. Nach hektischen und klärenden Telefonaten mit den Naturpark-Rangern entschied sich der Tour-Anbieter doch dafür, uns Reisende auf die Insel zu bringen. Für die nächsten Tage waren Wolken, kühlere Temperaturen und eventuell Regen angesagt. Was für ein Glück in dem Fall!

Denn die Insel ist ein Muß für alle Natur-Fans. Über die Hälfte der Insel hat seine üppige Ursprungsvegetation bewahrt. Wohin man den Kopf wendet - grün, grün, grün. Für mehr als ein Drittel der Inselfläche wurden Nationalparks und Schutzgebiete ausgewiesen. Die Insel strotzt vor heimischen Tieren: Wallabies, Känguruhs, Koalas, Zwergpinguine, das scheue Schnabeltier und neuseeländische Seebären.

Die 500 Seebären starke Seal Bay Kolonie - fette und brüllende Bullen, kontinuierlich schwangere Weibchen und säugenden Babies - bot einen tollen Anblick. Nur 10 Meter von den uns entfernt und zum Greifen nahe. Aber Anfassen ist streng verboten, denn Junge werden - einmal von Menschenhand berührt - nicht mehr als eigene anerkannt, aus der Seelöwen Herde verbannt und verhungern. Die Jungen sind realtiv aktiv in der Bucht, der Rest der Herde schläft hauptsächlich. Das ist nicht verwunderlich, denn Seebären sind circa 2 - 3 Tage im Meer auf der Suche nach Futter unterwegs und legen dabei bis zu 1000 Kilometer zurück. Da wäre ich auch reif für den Strand.

Die Remarkable Rocks sind eine andere spektakuläre Naturschönheit. Schon von Weitem kann man diese eigentümliche Felsformation sehen. Eine erstarrte Lavablase formte ein kuppelartiges Gebilde. Wind, Regen und Sonne modellierten die "eindrucksvollen Felsen", die auf der Welt wohl ihresgleichen suchen: makellos rundgeschliffene Felsblöcke und ausgewaschene Bögen charakterisieren dieses Naturschauspiel. Wichtig ist unbedingt die Sicherheitshinweise für die 'Kuppel' zu beachten. Sie liegt 75 Meter über dem Meer. Sie ist zwar nicht extrem steil, aber sehr glatt. Einmal abgerutscht, gehts nur noch abwärts ins tosende Meer.

Die Insel bietet neben Felsen, Tieren und Vegetation noch enorm große Sanddünen. Die sehen einfach fantastisch anzuschauen! Und die Aussies haben sich natürlich noch eine Fun-Aktivität dazu ausgedacht: Sanddune Surfing. Zuerst erklimmt man schwitzend eine Sanddüne mit seinem Sand-Surfboard, auf das setzt man sich und los geht's. Nach unten. Der Clou ist, unten anzukommen, ohne den gesamten Sand überall am eigenen Körper zu verteilen... And for the records: I did it! :-)

No drama, mate! - Aussie Slang

Die Aussies kultivieren einen eigenen Englisch-Slang. Der macht sich bemerkbar in der Aussprache, in Gesten, aber auch im Abkürzen von englischen Wörtern. Da muss man sich erst einmal reinhören, um alles zu verstehen. Hier eine Auswahl:

A like Aussie
Ace!: Excellent! Very good!
She will be Apples: It'll be all right
Aussie (pron. Ozzie): Australian
Aussie salute: brushing away flies with the hand

B like Brekki
Back of Bourke: a very long way away
Bail out : depart
Bathers: swimming costume
Bloody oath!: that's certainly true

C like Chokkie
Coathanger : Sydney Harbour bridge
Cockie: cockroach

G like G'Day
Good oil : useful information, a good idea
Grinning like a shot fox : very happy
Grundies : undies, underwear

H like Holy dooley! ("Good heavens!", "My goodness!")
Hottie : hot water bottle

M like Mate (buddy, friend)
Mozzie: mosquito

N like No worries! (Expression of forgiveness or reassurance - no problem; forget about it)
other: no dramas!

V like Vedgies (vegetables)

Dienstag, Dezember 12, 2006

6. Dezember 2006: 12 Apostel

39 Grad, Great Ocean Road, Victoria

Ah, oh, wow!

Einer der Höhepunkte entlang der Great Ocean Road sind die 12 Apostel. Das ist eine beeindruckende Felsformation, die trotz ihres Namens eigentlich nur aus neun Felsen besteht. Am 3. Juli 2005 in aller Frühe kollabierte einer der Apostel vor den Augen erstaunter Touristen. Nachdem Einsturz dieses markanten Teils der Gesamtkomposition sind nur noch acht der Sandsteingebilde übrig. Die Küste lebt! Das musste auch die besondere Felsformation mit dem Namen Londong Bridge erleben. Der innere Bogen - die Brückenverbindung zum Festland - stürzte am 15. Januar 1990 unerwartet ein. Zwei Touristen, welche sich zu dieser Zeit auf dem äußeren Felsen befanden und dort festsaßen, konnten unversehrt mit einem Helikopter gerettet werden. Schlecht nur, dass es ein Pärchen war, das jeweils anderwertig verheiratet war. Sie wollten sich ein schönes Wochenende machen - ungestört von aller Welt und den eigenen Ehepartnern. Daraus wurde leider nix, nachdem alle verfügbaren TV Stationen von der spekatulären Rettung live berichtet hatten. Evening news in front of everyone's eyes. Oh well.

Montag, Dezember 11, 2006

5. Dezember 2006: Great Ocean Road

38 Grad, Melbourne, Australien

On my own

Während Damir fleissig in Sydney arbeitet, entdecke ich die Great Ocean Road zwischen Melbourne und Adelaide. Die Great Ocean Road erstreckt sich über circa 250 Kilometer entlang der australischen Südküste zwischen den Bundesstaaten Victoria und South Australia. Sie wurde zwischen den beiden Weltkriegen buchstäblich aus dem Felsen gehauen von heimgekehrten Solden im Rahmen einer 'Arbeitsbeschaffungsmaßnahme'. Sie startet zunächst kurvenreich an der Küste vor dem Südlichen Ozean, bevor sie die Küste verlässt und durch die kühlgemäßigten Regenwälder des Otway National Park führt. Dann folgt die für ihre zerklüftete Steilküste berühmte Strecke durch den Port-Campbell Nationalpark mit den Twelve Apostles und dem Bay of Islands Coastal Park. Ein Besuch auf Kangaroo Island rundete die Reise für mich ab.

Freitag, Dezember 01, 2006

15. November 2006: Fraser Island

26 Grad, Fraser Island, Australien

Driving along the Beach

Fraser Island - das ist die weltweit größte Sandinsel. Ihre Ausmaße sind 122 Kilometer in Länge und 15 Kilometer in Breite; ein riesiger Sandkasten von 1600 km2. Es gibt auf der Sandinsel 40 Süßwasserseen und Sanddünen, die bis 240 Meter in den Himmel wachsen. Der ganze Sand stammt von den Gebirgszügen der Great Dividing Range auf dem Festland. Er wird vom Wind stetig an die Ostküste der Insel geblasen, wo er an einigen Felsen 'hängen bleibt' und von dort aus langsam seinen Weg weiter westwärts in die Insel hinein findet. Dabei bilden sich riesige Dünen, die alle Pflanzen und Bäume unter sich begraben. Ein überdimensionierter Friedhof - den wir aus dem Helikopter gesehen haben. Zumal hatte die Insel, als wir sie besuchten, mit Buschfeuer zu kämpfen, die sich als riesige Rauchwolke bemerkbar machte.

Frage: Wie kommen 40 Süßwasserseen auf eine Insel, die von Salz(Meer-)wasser umgeben ist?

Antwort: Man braucht dazu mehrere riesige Sanddünen, ausreichend abgestorbene Bäume und Büsche etc. und genügend Regenwasser. Die abgestorbenen Pflanzen verfestigen sich im Laufe vieler Jahre am Boden zwischen zwei Sanddünen und werden damit zu einer Art Stöpsel. Sie verhindern, dass Regenwasser einfach im Sand versickert. Sie fangen das Wasser auf und beginnen einen See. Je mehr es regnet, desto größer wird die Badewanne. Die Seen laden wirklich zum Baden ein - türkisblau, ruhig und ohne gefährliche Unterwasserströmungen und Bewohner. Haie tummeln sich im Meer. Fraser Island ist auch der einzige Ort auf dieser Erde, wo der Regenwald auf Sand wächst. Nicht ohne Grund steht deshalb die Insel seit 1992 auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes.

Wo Sand ist, ist auch ein Strand. Viele gibt es; der bekannteste ist der „Seventy Five Mile Beach“ und schier unendlich. Er zieht sich entlang der dem Pazifik zugewandten Ostseite. Viele 4WD nutzen ihn, um dahinzubrausen. Auf der einen Seite der blaue Ozean, auf der anderen Seiten endlose Sanddünen.

11. November 2006: Whitsundays

28 Grad, Derwent Hunter & Whitsundays, Australia

Sail away

Das Motto der nächsten drei Tage hieß Segel setzen und hinaus in die See. Das alles erledigte für uns die Crew der 'Derwent Hunter'. Sie nahmen uns mit auf ihr 'Baby'. Dass sie dem 60 Jahre alte Segelboot mit ganzem Herzen verfallen waren, war kaum zu übersehen und überall spürbar. Für uns Gäste entstand dadurch eine wirklich angenehme Atmosphäre. Unsere Kurs: Whitsunday Islands. Das sind die 74 Inseln im mittleren Great Barrier Reef Abschnitt. Nur 17 davon sind bewohnt. Für uns alle waren sie das Paradies. Vor allem der Whiteheaven Beach auf der größsten Insel Whitsunday. Acht Kilometer lang weißester Sand mit einem Quarzgehalt von 99.7 Prozent. Der quietscht beim Laufen! Alles Nationalpark, kein Hotel, kein Kiosk - nur Natur. Und direkt vor den Inseln leben kleinere Korallenriffe, die man einfach vom Strand aus ansteuert. Es war intimer und privater als im äusseren Riff.; Farben, Fische und Korallen ebenso prächtig. Der einzige Wehmutstropfen: Es war Stinger-Saison, zu deutsch Seewespe. Das sind fiese Würfel-Quallen, die fast unsichtbar - weil bläulich - durch's Wasser schweben. Sie gehören zu den gefürchtetsten Quallen der tropischen Meere und gelten als das giftigste Meerestier der Welt. Das Gift ihrer Nesselzellen in den drei Meter langen Tentakeln reicht für 200 Menschen, jedes Jahr sterben mehr Menschen an dieser Qualle als an Hai-Angriffen. Um sich davor zu schüten, gibt es nur den Stinger-Suit (oder überhaupt nicht ins Wasser gehen). Eine praktische, aber unattraktive Erfindung. Einziger Trost - wir sahen alle gleich deppert aus; grins.

9. November 2006: Hinterland-Aktivitäten

31 Grad, irgendwo im Hinterland, Australien

Doing Aussie-Stuff!

Man war nicht richtig in Australien, wenn man das Hinterland nicht kennengelernt hat. Dieser Ankündigung unseres Tour-Guides folgten etliche Auto-Kilometer ins Hinterland von Queensland - vorbei an Zuckerrohrplantagen (eines der Hauptexporte) und krokodilverseuchten Flüssen und Seen zu unserem ersten Aussie-Activity-Stop: ein Bowling Club. Nein, nein. Nicht alle neune, sondern alle viere. Das Aussie Lawn Bowl ähnelt dem französischen Boule. Eine kleinere weisse Kugel und vier grössere schwarze. Es gilt die großen zu nah wie möglich an die kleine zu kugeln. Je näher, desto mehr Punkte. Es macht richtig Spass, wenn man erstmal dabei ist. Es verlangt Konzentration und Gefühl und ist dabei noch sehr gesellig. So wie unsere restliche Fahrt zur Cattle-Farm irgendwo im Hinterland. Als wir dort ankamen, dämmerte es bereits und wir sahen keines der 2000 Rindern dort und wähnten uns arglos. Ach, wir Ahnungslosen. Hätten wir doch besser nachgedacht über das angekündigte Goat Rodeo am nächsten Vormittag. Das geht nämlich so: 1. man sattele ein Pferd (es gab sogar welche für ganz unbeholfene...), 2. lerne schnell seinen Gaul zu lenken und 3. achte auf die Ziegenherde. Aufgabe lautet: Treibt die Ziegen in das Gehege. Zum Glück waren einige Profi-Reiter in der Gruppe, sonst würden wir wohl heute noch im Sattel sitzen. Erstes Ziel erreicht, aber damit war das Landleben noch nicht zu Ende. Jede Ziege braucht eine eindeutige Kennung. Das heisst, sie bekommt einen schicken orange-farbenen Ohrstecker. Natürlich geht das Fangen, Festhalten und Piercen nicht ohne Gemecker und Gekicher ab. Ha, ha, ha! Es war wirklich lustig.