Montag, Oktober 30, 2006

28. Oktober 2006: Paddington

20 Grad, Sydney, Australia

Paddington: Klein, aber mein

Still exploring Sydney....
jetzt, Paddington. Ehemals war Paddington ein Arbeitervorort von Sydney bewohnt von Steinmetzen und Zimmerleuten. Die haben zunächst Sträflinge überwacht, die die Victoria Barracks (Kasernen) in der Nähe bauten. Alle wohnten in engen, dichtgedrängten Gassen. Viele kleine Häuser auf wenig Raum. Das hat man dem Städtchen wohl angesehen, die Häuser waren dem Zerfall nahe. Nur dem Menschen-rückstrom nach dem 2. Weltkrieg war es zu verdanken, dass es den Stadtteil noch gibt. Heute sind die viktorianischen Terrassenhäuser in Pastelltönen wieder hergerichtet. Es gibt wunderschöne Details, wie schmiedeeiserne Balkone. Wohnen für 'junge erfolgreiche Leute'. Allerdings können die Häuser sehr eng sein, teils nur 4.5 Meter breit. Das wär nüüt für mi.

21. Oktober 2006: Taronga Zoo

27 Grad, Sydney, Australia

Gefährliche Tiere & bunte Vögel

Auf innige Empfehlung erfahrener Sydneysider haben wir den Taronga Zoo besucht. Schließlich sind wir im Land der gefährlichsten Tiere unterwegs und unser Ausflug ins Outback steht uns auch noch bevor. Also, los geht's am Circular Quai, von dem die Fähre in 15 Minuten zur anderen Seite der Stadt übersetzt. Der Zoo hat eine megamässige Aussicht. Giraffe müsste man sein, denn die schauen Tag für Tag direkt auf die Sydney Skyline!

Der Zoo scheint nicht besonders groß, aber durch seine terrassenförmige Anlage bietet er doch viel Platz für Tiere aus aller Welt. Unser Intersse gilt den australischen Bewohnern, von denen es eine ganze Menge gibt. Große, kleine, harmlose und tödliche, niedliche und solche, deren Gesicht nur die eigene Mutter wirklich lieb haben kann. Koalas, Kanguruhs, Wallabees, Krokodile, Reptiles in all sizes and shapes, Emus, Frösche, Schlangen, Spinnen...und, und, und. Und alle leben mehr oder weniger OHNE Zäune im Zoo. Vorbild war der Hamburger Zoo, den der damalige Chef das Taronga-Zoos 1908 besucht hatte. Er war so beeindruckt vom Tierpark der Hansestadt, dass er dessen Idee gleich nach Australien importierte. Offiziell öffnete der Taronga Zoo 1916 seine Tore.

Beeindruckend war die 'Bird Show'. Das klingt nicht besonders aufregend, aber trainier' mal mit einer Eule, dass sie geräuschlos über die Köpfe der Zuschauer segelt und punktgenau landet. Dasselbe konnten auch Adler, Kakadus und all die anderen Vögel, dessen Namen ich vergesse habe. It's a must see, I say. :-)

Um noch voll in die Unter-
wasserwelt einzutauchen, sind wir am Abend ins IMAX Kino. 'Deep Blue See' - das ist cool, sobald man mal die überdimensionalen 3D-Brillen aufgesetzt hat und sich wieder ohne zu lachen ansehen kann. Dann schwimmen die Turtles durch die Zuschauerreihen und Muscheln nehmen Reiss-Aus vor Seesternen. Und das alles in Reichweite - so scheint es jedenfalls.

Sonntag, Oktober 29, 2006

20. Oktober: The Rocks und Circular Quay

22 Grad, Sydney, Australia

Während Damir an der Uni mit Ben Goldys über der Weiterentwicklung dynamischer Finanzmodelle sitzt und schwitzt, gehe ich auf Entdeckungstour durch ‚The Rocks und Circular Quay’. Das ist das Gebiet, das wohl jeder Tourist in Sydney sehen muss: der Sydney Harbour, die Oper, die Harbour Bridge - alles vertraute Dinge, so scheint es, weil sie in den Medien so präsent sind. Das Gebiet um ‚Circular Quay’ gilt als Geburtsstätte Australiens. 1788 landete hier die ‚First Fleet’ mit Sträflingen, Soldaten und Offizieren. Sie gründeten die New South Wales und der Staat trägt ja heute noch diesen Namen. Übrigens waren nicht alle Sträflinge Schwerverbrecher; man qualifizierte bereits für’s Gefängnis, wenn man einen Kamm gestohlen hatte. Die Zellen in England barsten vor Gefangenen. Es musste Platz geschaffen werden. Den gab es in Australien, das James Cook 1770 offiziell für England in Besitz genommen hatte. (Die Aboriginies sollen vor 60.000 Jahren (!) in Australien angekommen sein.) Die Wohnstätte der ersten Siedler waren die ‚The Rocks’, benannt nach den rauen Felsen als einst markantes Kennzeichen. ‚The Rocks’ liegen gleich am Sydney Harbour, der sich als natürlicher Hafen ideal zur Besiedlung eignete. Aber zunächst einmal war die Gegend unwirtlich und feindlich und die Siedler mussten sie in harter Arbeit bewohnbar machen. Es gab Felsen, Felsen und und noch mehr Felsen. 1788 errichten die Siedler erste Behelfsbauten, die Sträflinge später in stabilere Häuser aus grob gehauenen Steinen erweitern mussten. 1843 begann man eine Straße aus dem harten Fels zu schlagen, die erst 18 Jahre später fertig war. Um 1900 brachen Seuchen aus. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich vorstellt, wie man in ‚The Rocks’ gebaut hatte. Nämlich übereinander. Immer schön den Felsen nach – von unten nach oben - und ohne moderne Abwasseranlagen, so dass Abfälle, Unrat und Kloake einfach von oben nach unten herunter liefen. Wer oben wohnte, hatte es gut – Aussicht und klare Luft. Je tiefer man kam, umso dicker wurde die Luft. Das zog Ratten an, die sich im großen Stil vermehrten; so sehr, dass die Stadtväter Belohnungen auf tote Ratten auslobten. Eine Zeitlang war es ein profitables Geschäft tote Ratten zu sammeln. Die Stadt profitierte auch – die Ratten waren wieder auf Normalanzahl dezimiert und Seuchen verschwanden. Heute zeigen ‚The Rocks’ wie das weiße Australien begann. Von hier als auch von fast jedem anderen Platz aus genießt man den Blick auf die Sydney Harbour Bridge. Acht Jahre dauerte der Bau der Stahlbrücke, die erst 1932 fertig gestellt wurde und Hafensüdseite mit den Wohngebieten im Norden verbindet. Das Ingenieur-Meisterwerk war auch ein finanzielles Kunststück. Es kostete sechs Millionen alte australische Pfund, die erst 1988 getilgt waren. Es sieht wirklich beeindruckend auf. Und für 160 Dollar kann man drei Stunden AUF der Brücke verbringen…es gibt Führungen über den Brückenbogen. Für die weniger mutigen tut’s auch der Pylon Lookout, der eine super Aussicht auf Sydney’s Skyline bietet. Ich sag nur…Postkarte! Und dann ist da noch die Sydney Opera. Die berühmtesten Muschelschalen der Welt. Gut Ding wollte auch hier Weile haben. 14 Jahre mit zermürbenden Finanz-Diskussionen und architektonischen Knobeleien später war sie fertig. Übrigens soll Joern Utzon beim Orangenschälen auf die Idee gekommen sein, die Dächer schalenförmig zu konstruieren. Hm, vielleicht helfen Orangen auch Damir und Ben...:-)

Mittwoch, Oktober 18, 2006

18. Oktober 2006: Completely down under!

30 Grad, Sydney, Australia

Mit Regen und kühlen Temperaturen hat uns 'down under' vor 3 Tagen begrüsst. Und dazu ist auf dem Flug von Hawaii noch ein ganzer Tag verloren gegangen. Da kann man nichts machen, wenn man über die Datumsgrenze fliegt. Der Vorteil: wir haben Europa jetzt zeitlich überholt und sind Euch 8 Stunden voraus. Hier sind wir im Frühling angekommen. Der hat sich jetzt 'warm gelaufen': Sonne und angenehme Temperaturen um die 30 Grad.

Die Aussies, wie sie sich selber nennen, kommen sehr entspannt daher. Sie sind sehr freundlich und interessiert. Zum Beispiel gab es viele Fragen an Damir's Vortrag in der Westpac Bank in Sydney downtown. Und auch ich musste nicht lange nach dem Weg fragen bei meinen ersten Erkundungen der 4 Millionen Stadt.

Alles prima Voraussetzungen für unseren Aufenthalt in Australien bis Ende des Jahres.

Sonntag, Oktober 15, 2006

9. Oktober 2006: Die Erde lebt im Vulcano National Park

33 Grad Celsius, Big Island, Hawaii

Die Erde lebt!

Aktive Vulkane sind der Grund, dass wir uns Big Island auf Hawaii ausgesucht haben. Das klingt nach Abenteuer! Und was für eines es ist, zeigt sich auf der gesamten Insel. Pele – die Göttin des Feuers – ist der Legende nach hier zu Hause und hat sich aufregend eingerichtet. Krater, Mondlavalandschaften, scharf abfallende Küste, schwarze Sandstrände, Wüste, Farn- und tropische Regenwälder sowie sanfte grüne Hügellandschaften. Natur pur – vor und nach totaler (Vulkan-)Verwüstung. Das wollen wir sehen. Die Fahrt mit dem Auto dauert nur kurze Zeit, ist dafür umso abenteuerlicher, was Klima, Flora und Fauna betrifft. Wir verlassen die Kohala Küste bei 30 Grad Celsius und blauem Himmel, erklimmen dann mit dem Auto Meter um Meter die Passstrasse zwischen Mauna Kea und Mauna Loa bis auf circa 3500 Meter über dem Meer, das Thermometer fällt, die Landschaft wird weit und schwarz und zeigt die subtilen Formen gehärteter Lava, Wolken verdunkeln den Himmel, es nieselt, sporadisch öffnet der Nebelvorhang den Blick auf gespenstisch anmutende Landschaften, es beginnt zu stürmen und der Himmel öffnet alle Schleusen… . So erreichen wir den Vulcano National Park und lauschen mit gespannter Aufmerksamkeit den Empfehlungen der Parkranger: „Auf den markierten Wanderwegen bleiben. Festes Schuhwerk. Nicht in Erdspalten fallen. Keine Lava mitnehmen. Kopfbedeckung, Sonnencreme und Wasser mitnehmen.“ Häh – Sonnenschutz?? Es regnet doch und sehen tut man nix. Doch in der Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag beziehen wir unser Zimmer im Vulcano House, das direkt auf dem Kraterrand vom Mauna Kilauea sitzt, einer der aktivsten Vulkane weltweit. Et voilà; Pele meint es gut mit uns. Blauer Himmel, Sonneschein und ein Krater. So muss es aussehen, wenn ein Meteorit auf der Erde eingeschlagen ist. Ein riesiges, weites Loch im Erdboden, das dampft und nach Schwefel riecht. Es lebt! Steam Vents und Sulphur Banks befinden sich gleich neben unserer Bleibe. Die Erde dampft, wenn Grundwasser auf heißen Fels trifft; also immer dort, wo flüssige Lava nahe unter der Erdoberfläche schwelt. Zum Glück haben wir die Wanderschuhe an. Der Boden ist nämlich wirklich heiß. Nichts für Flipflops. Beim Halemaumau Krater machen wir Halt, um in der Vulkan-Surrealität zu wandern. Erkaltete Lava entwirft subtile Muster im Boden und bringt erstarrte Lava-“Wellen“ hervor, die aussehen, als ob sie jeden Moment ‚brechen’ würden. Das Gestein ist an manchen Stellen feurig rot, an den meisten jedoch schwarz, und es riecht teuflisch nach Schwefel.

Der Vulcano National Park, seit 1982 im Unesco Weltkulturerbe aufgenommen, hat noch mehr zu bieten. Wandern durch den Devastation Trail (= totale Zerstörung durch Lava und wie sich die grüne Natur das Land zurückerobert) oder durch die Thurston Lava Tube, wo ein Lava-Kanal in der Erde ausgetrocknet ist und man hindurch wandern kann. Aber der Höhepunkt ist der Puu Oo, der aktuell Magma spuckt und Lavaströme die Berghänge hinunter schickt, die sich dann ins Meer ergießen. Dabei entsteht eine riesige Dampfwolke, die man bereits aus kilometerweiter Entfernung sieht. Sie ist unter anderem gefüllt mit winzigen Glaspartikeln (Teile der Lava), so dass es richtig gefährlich wird, falls man je IN in die Dampfwolke geraten sollte. Will man die flüssige, heiße, glutrote Lava beobachten, muss man näher an den Vulkan heran. Wandern über kilometerlange Lava-Ströme aus den Jahren 2001 – 2003, 1994 – 96 (einzelne Lavaströme sind nach ihren Ausbruchs-Jahreszahlen benannt) und aufpassen, dass man ‚in keine Erdspalten fällt’. Es ist überwältigend zu sehen, wie Lava die Berge herunter fließt und dampfend und zischend das Meer trifft. Wow!

Drei Tage lang wanderten wir durch Vulkanlandschaft, bevor es uns wieder an den weißen Sandstrand der Kohala Küste zog… . Cool, alles auf EINER Insel!

PS: 20 Stunden nach unserer Abreise nach Sydney hat in Hawaii der Boden gebebt, 6.5 Punkte auf der Richterskala.

Donnerstag, Oktober 12, 2006

3. Oktober: Big Island / Hawaii

33 Grad, Big Island, Hawaii

Hawaii Paradise

Wer nach Hawaii fliegt, begibt sich in die totale Isolation. Geografisch gemeint. Kein anderes Plätzchen der Erde liegt weiter von einer größeren Landmasse entfernt als Hawaii. Zwischen der Hauptstadt Honolulu und Kalifornien misst man 3827 Kilometer; bis nach Tokio gar 6190 und Tahiti ist auch 4410 Kilometer entfernt. Da muss ein (Ironman-)Triathlet viel trainieren... . Man erreicht Hawaii in fünf Flugstunden von Kalifornien aus.

Lange Zeit fliegt man über Wasser, Wasser und noch mehr Wasser. Endlich ist das Wissen verinnerlicht und wahr: die Erde besteht zu ¾ aus Wasser. Und plötzlich tauchen sie auf, die insgesamt 137 Inseln und Inselchen, die gemeinsam Hawaii ausmachen. Liegen einfach so im großen blauen Ozean und man befürchtet die Flug-Landebahn auf diesem winzig scheinenden Fleckchen Land wird nicht zum Bremsen ausreichen.

Mit acht Hauptinseln und den vielen Mini-Inseln und Atollen bilden sie den 50. US-amerikanischen Bundesstaat. Übrigens die neueste Insel entsteht gerade: Loihi. Sie arbeitet sich langsam aus dem Wasser hervor. Denn Hawaii ist aus dem ‚Feuer geboren’, wie hawaiianische Legenden und Geologen gemeinsam erklären können. Geologisch ist Hawaii nämlich ein Baby; die Erde hatte sich bereits zu Kontinenten verfestigt; die Dinosaurier kamen und waren wieder gegangen. Erst dann – vor circa 25 bis 40 Millionen Jahren - entstand Hawaii. Im Meeresboden öffnete sich eine Spalte, ein so genannter Hot Spot, durch den flüssige Lava aus dem Erdinneren nach außen drang. Außen – das war der Ozean. Die Lava drang also solange nach außen bis der Lava-Berg, der durch das Meereswasser sofort abgekühlt wurde bis er sich hoch auftürmte und letztlich die Wasseroberfläche durchbrach. Hawaii war ‚aus dem Feuer’ geboren. Die einzelnen Inseln entstanden nacheinander, weil sich die Pazifische Platte mit circa fünf Zentimeter pro Jahr nordwestwärts über den ‚Hot Spot’ hinwegbewegt. Damit ist Big Island die bisher jüngste Insel. Mit allen Sinnen gibt sich die Insel-Entstehung zu erkennen.

Man riecht es, sieht es und fühlt es; vor allem im Gebiet der zwei aktiven Vulkane – Mauna Kilauea und Mauna Loa - auf der Insel. Hier dampft und sprudelt es, die Erde, auf der man geht, ist warm. Und nicht einfach nur lauwarm, sondern so, dass wir dankbar waren, feste Wanderschuhe unter den Füßen zu haben. Lava – junge und alte – gehört zum elementaren Bestandteil der Insel. (Mehr dazu gibt es im Blog über den Vulcano National Park.)BIG Island ist, wie der Name sagt, die größte Insel. Alle anderen ließen sich locker in einer HÄLFTE unterbringen. Allerdings leben hier nur 10 Prozent der Gesamtbevölkerung; die Einheimischen sind sicher, das man mehr Rindviecher zählen würde…Es gibt also eine ganze Menge Platz für Natur, Natur und Natur. Mehr dazu in den nächsten Blog-Einträgen.

Übrigens hat das hawaiianische Alphabet nur 13 Buchstaben. Lange Zeit kannte man keine Schriftsprache; Lieder gaben Geschichten der einen Generation der nächsten weiter. Offensichtlich erfreuten sich Vokale großer Beliebtheit, was folgende Beispiele von hawaiianischen Orten und Dingen zeigen: Pololu, Puuhonuma o Honaunau Waipio, Kohala, Punaluu, Keahau, Kealakekua, Peepeekeo oder Aloha. Schwierig zu merken, noch schwieriger auszusprechen.

Und noch ein Wort zu Aloha. Aloha ist der Rhythmus der Insel, die Lebensphilosphie der Insulaner, die wie ein roter Faden alle Lebensbereiche durchzieht. Aloha ist Begrüßung, Verabschiedung und Liebesbekundung. Aloha ist Respekt vor unseren Unterschieden und der Wertschätzung der Gemeinsamkeiten. Aloha ist der „Odem des Lebens“, wie es heißt. Die einzelnen Buchstaben stehen für: A wie Akahai Nächstenliebe; L wie Lokahi Einmütigkeit; O wie ‚Olu’olu Freundlichkeit; H wie Ha’aha’a Demut und A wie Ahonai: Geduld.

In diesem Sinne: Aloha!

Dienstag, Oktober 03, 2006

28. September 2006: Touring California: V. Route Nr. 1

Unsere Tour: I. Yosemite, II. Death Valley, III. Las Vegas, IV. Bryce & Zion Canyon, V. Los Angeles, VI. Route #1 und Küste nordwärts nach San Francisco.

VI: Route Nr. 1 - Der Weg ist das Ziel

Die Route Nr. 1 ist die Küstenstrasse, die Los Angeles mit San Francisco verbindet. 470 Meilen oder 750 Kilometer Panorama: einsame Buchten, Seelöwen-Strände, dramatische Steilküsten und romantische Wasserfälle.

Am besten hat uns 'Big Sur' und der 'Pfeiffer Beach' gefallen. Steilküste im Westen und bis zu 1.500 m hohe Santa Lucia Mountains im Osten. Circa 6 Meilen nach San Simeon kurz vor dem Leuchtturm braucht es nur ein paar Schritte zum Meer. Und wir hatten Glück: eine ganze Kolonie von Seehunden döste gerade am Strand.

"Pfeiffer Beach" ist ein kleiner malerischer Strand. Er liegt ein bisschen versteckt. Hat man ihn einmal gefunden, wird man belohnt. Einsame Bucht, eingerahmt von Felsen im Wasser und ein Wasserfall, der direkt auf dem Strand endet. Picture-Postcard. So klischee-schön....

Hier endet unsere California-Tour. Farewell Sandra & Jochen! See you soon! Weiter geht's nach Hawaii.

25. September: Touring California: V. Los Angeles

Unsere Tour: I. Yosemite, II. Death Valley, III. Las Vegas, IV. Bryce & Zion Canyon, V. Los Angeles, VI. Route #1 und Küste nordwärts nach San Francisco.

V: Los Angeles: ‘Hollywood and all that jazz.’

Hollywood, L.A. Confidential, Sunset Boulevard, Beverly Hills, Bel Air, die Schönen, die Reichen und die ganz schön Reichen. Los Angeles. Wir haben’s gesehen. Ein Moloch mit 8 Millionen Einwohnern dessen (Teil-) Städte über vierspurige Highways verbunden sind. Tolle Strände, Surfer’s Heaven. Wir waren 3 Tage in Pasadena, einem wunderschönen Städtchen unterhalb der San Bernadino Mountains.

Es waren erholsame Tage – ein bisschen Urlaub vom Urlaub. Zumindest für mich, denn Damir hat an der University of Southern Los Angeles und am California Institut of Technology Vorträge über seine aktuellen Forschungen gehalten. Es gab anregende Diskussion und Austausch, neue Projekte sind auf dem Weg….

Ich habe in der Zwischenzeit Pasadena erkundet. Vor allem der Botanische Garten an der ‚Huntington Library’ hat es mir angetan. Ich wusste nicht, dass Kakteen so interessant sind! Huntington war ein reicher New Yorker, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Los Angeles kam, um hier seinen Reichtum noch zu vermehren. Seinen Wohlstand nutzte er, um wissenschaftliche Neugier mit Sammlerinstinkt (Gutenberg’s Bibel zum Beispiel; eines von heute nur noch 12 vorhandenen Originalen) und gärtnerischer Ästhetik zu verbinden. Er gründete die Huntington Library, die von einem tollen botanischem Garten umgeben ist, gespickt mit einigen museumsähnlichen Villen.

Empfehlenswert ist auch das Getty Museum. Noch ein Schwerreicher, der sein Geld der Kunst widmete (er sammelte leidenschaftlich Bilder) und so noch heute die Öffentlichkeit erfreut. Nach seinem Tod baute man das Getty Museum mit Hilfe von drei bis vier Milliarden US Dollar aus seinem Erbe, in dem heute europäische und asiatische Kunst zu sehen ist. Kostenlos für alle!

22. September 2006: Touring California: IV. Bryce & Zion Canyon

Unsere Tour: I. Yosemite, II. Death Valley, III. Las Vegas, IV. Bryce & Zion Canyon, V. Los Angeles, VI. Route #1 und Küste nordwärts nach San Francisco.

IV: Bryce & Zion Canyon: ‚It’s a hell of a place to lose a cow.’
(More pics: http://de.global.sendpix.com/albums/06100316/pdffn6nrn1/ - für 30 Tage)

Lässt man Las Vegas hinter sich, wird das Land groß und weit. Es ist als ob man durch ein Weitwinkelobjektiv schaut und trotzdem noch nicht im Bild ist. Das Land färbt sich rot, braun und orange, weite Täler sind eingerahmt von ersten eindrucksvollen Felsformationen. Der Highway trägt uns durch beeindruckende Canyons. Fast will man das Auto parken, den Hengst satteln, sich aufschwingen und davon reiten. Und jederzeit erwarten wir Old Shutterhand und Winnetou, die friedlich gemeinsam dem Abendrot entgegen reiten. Welcome to Marlboro Country, I mean Canyon Land. Das sind primär die US Staaten Utah, Arizona und Colorado. Sie bieten dem geneigten Besucher mit AUSREICHEND viel Zeit den Grand Circle: Zion, Bryce Canyon, Capitol Reef, Arches und Canyonland Nationalpark. 900 Meilen, ca. 1500 Kilometer. Obwohl alle Naturparks aus demselben geologischen Material bestehen und denselben Erosionsgewalten – Wasser, Wind, Frost – ausgesetzt sind, unterscheiden sie sich auffällig. Wir wollten zwei Nationalparks genauer erkunden: Zion und Bryce Canyon.

Beides eher kleinere Canyons, die man mit dem Auge gut ‚erfassen’ und vor allem durchwandern kann. Die Canyons vom Aussichtspunkt zu sehen, hilft dem eigenen Überblick, aber die Ehrfurcht vor Mutter Natur’ phantastischen Launen kommt erst beim näheren Hinschauen. So schauten, wanderten, schauten, wanderten wir. Der ‚Bryce Lookout’ eröffnet das visuelle Spektakel auf das Amphitheater aus Stein. Es sieht aus wie ein großes Rondell versehen mit versteinerten Protagonisten, die just für uns posieren. Es sind Säulen, bizarre Felsformationen in leuchtenden Farben, beige, gelb, rosa, orange, ocker, die Schattenspiele im Angesicht der vorbeihuschenden Wolken vollführen.
Die Paiutes Indianer, die viele Jahrhunderte hier lebten, nannten sie Hoodoo. Sie glaubten, Hoodoos sind versteinerte heilige Menschen. Nicht nur diese Interpretation hilft, ehrfürchtig und staunend durch sie hindurch zu wandern. In der Tat, ein ganz besonderer Ort.

Ebenyzer Bryce, ein schottischer Immigrant, kam 1875 in die Gegend und begann eine Rinderfarm. Nach ihm ist der Caynon benannt. Er umschrieb den Canyon mit: ‚It’s a hell of a place to lose a cow.’ Aber auch, wenn man sich nicht für Rindviecher interessiert, it’s a hell of a place. :-)

Im Zion Canyon beeindruckt besonders, die Lebendigkeit und Veränderlichkeit des Canyon. Er ist nicht ‚in Stein gehauen’, sondern verändert sich kontinuierlich. Erst in diesem Frühjahr krachte eine große Ladung Steine und Felsbrocken auf den Boden. Es gibt ‚Flash Floods’, die ohne Vorwarnung aus dem friedlich scheinendem ‚Virgin River’ eine reißende Flut machen, der dann Schlamm etc. rasant durch den Canyon spült und ihn dabei natürlich verändert. Rette sich wer kann NACH OBEN.

Canyon Land ist beeindruckend und auf jeden Fall ein heißer Kandidat für eine Wiederholung.

Unser nächster Stop heißt Los Angeles.

Montag, Oktober 02, 2006

20. September 2006: Touring California, III. Las Vegas

Unsere Tour: I. Yosemite, II. Death Valley, III. Las Vegas, IV. Bryce & Zion Canyon, V. Los Angeles, VI. Route #1 und Küste nordwärts nach San Francisco.

III. Las Vegas: ‚You are inside inside.’
(More pictures: http://de.global.sendpix.com/albums/06100201/8i6hky39r1/ - für 30 Tage)

Nach so viel NATUR, war es Zeit für Las Vegas. Las Vegas liegt in Nevada – mitten im Nichts scheint es. Viele Meilen lang keine Stadt, kein Haus weit und breit; dann und wann militärisches Sperrgebiet, ein paar Gefängnisse. ‚Don’t take any hitchhikers’ warnen Verkehrszeichen. Und plötzlich tauchen Zeichen einer Stadt auf: Hochspannungsmasten, Stromquelle für den Show(enen) Schein. Welcome to Las Vegas! Paradies und Hölle aller Spieler, Mekka der Unterhaltungssüchtigen, Himmel der Shoppingverrückten. Nicht umsonst brausen 31 Millionen Menschen pro Jahr durch die 1 Millionen Stadt. It’s just a mad place. Stars werden hier gemacht und gehen hier in Pension. Wie zum Beispiel Elton John, der seine eigene Show hat. Er füllt die Theater und promotet sich und seine Devotionalien (Elton-John-Brillen, Elton-John-Shirts, Elton-John-Bademäntel) in den entsprechenden Shops. Und natürlich gibt es in Las Vegas nur das Beste: ‚best magician ever’, ‚best 10.30 pm show’, world’s most famous bla bla…’.

Man muss sich einlassen auf Las Vegas, sich fallen lassen und genießen, was Menschenhand und –hirn hier ersonnen, konstruiert und aufgebaut haben. Las Vegas ist Paris ist New York ist Venedig ist Monaco ist Rom – you name it. Wir haben in Marokko gewohnt, Hotel Aladdin, 45. Stockwerk. Wir waren Maharadscha und Maharani. Umsorgt und verwöhnt. Das fing schon beim Parken an. Hat man die richtige Einfahrt zum Valet-Parking gefunden, ist die Tür zum Verwöhn-Programm aufgestoßen. Kein lästiges Kofferschleppen, kein langwieriges Parkplatz-Suchen. Autoschlüssel abgeben und fertig. Den Rest erledigt das Hotel. Das Einstiegsprogramm in der Touristenfabrik Las Vegas. Ab jetzt gilt die gesamte Aufmerksamkeit dem Besucher – und seinem Geldbeutel. ‚Shop ‚til you drop’ lautet das Motto. Wir haben mit etwas leichtem begonnen: Lunch. Inside or outside fragte der Kellner zurück. Draußen oder drinnen?? Come on, are you kidding? Wir waren doch drinnen – IN der gekühlten Hotelburg, der die brennende Sonne DRAUßEN vergessen machte. Aber drinnen IST draußen. Zumindest meint man das – man bummelt ja über orientalische Basare unter blauem Himmel mit Wolken und aufgemalter Sonne und Sternen. Aber eben alles DRINNEN DRAUßEN. Und wenn man dann nicht unter den aufgestellten Sonnenschirmen VOR dem Restaurant INNERHALB des Hotels speisen möchte (unter ‚freiem Himmel’ sozusagen), is(s)t man eben DRINNEN, DRINNEN – inside inside. Alles klar?

Anyway, wir hatten viel Spaß in Las Vegas. People-Watching, Window-Shopping only (weil unser Gepäck strenge Gewichtsvorgaben der Airlines einhalten muss) und Entertainment pur. Genug für die nächste Zeit, so dass wir am nächsten Tag zurück wollten. Back to nature, back to the roots.

Auf zum Bryce und Zion Canyon. Von der Natur gemacht. Vom Menschen erfreut.