Donnerstag, Oktober 12, 2006

3. Oktober: Big Island / Hawaii

33 Grad, Big Island, Hawaii

Hawaii Paradise

Wer nach Hawaii fliegt, begibt sich in die totale Isolation. Geografisch gemeint. Kein anderes Plätzchen der Erde liegt weiter von einer größeren Landmasse entfernt als Hawaii. Zwischen der Hauptstadt Honolulu und Kalifornien misst man 3827 Kilometer; bis nach Tokio gar 6190 und Tahiti ist auch 4410 Kilometer entfernt. Da muss ein (Ironman-)Triathlet viel trainieren... . Man erreicht Hawaii in fünf Flugstunden von Kalifornien aus.

Lange Zeit fliegt man über Wasser, Wasser und noch mehr Wasser. Endlich ist das Wissen verinnerlicht und wahr: die Erde besteht zu ¾ aus Wasser. Und plötzlich tauchen sie auf, die insgesamt 137 Inseln und Inselchen, die gemeinsam Hawaii ausmachen. Liegen einfach so im großen blauen Ozean und man befürchtet die Flug-Landebahn auf diesem winzig scheinenden Fleckchen Land wird nicht zum Bremsen ausreichen.

Mit acht Hauptinseln und den vielen Mini-Inseln und Atollen bilden sie den 50. US-amerikanischen Bundesstaat. Übrigens die neueste Insel entsteht gerade: Loihi. Sie arbeitet sich langsam aus dem Wasser hervor. Denn Hawaii ist aus dem ‚Feuer geboren’, wie hawaiianische Legenden und Geologen gemeinsam erklären können. Geologisch ist Hawaii nämlich ein Baby; die Erde hatte sich bereits zu Kontinenten verfestigt; die Dinosaurier kamen und waren wieder gegangen. Erst dann – vor circa 25 bis 40 Millionen Jahren - entstand Hawaii. Im Meeresboden öffnete sich eine Spalte, ein so genannter Hot Spot, durch den flüssige Lava aus dem Erdinneren nach außen drang. Außen – das war der Ozean. Die Lava drang also solange nach außen bis der Lava-Berg, der durch das Meereswasser sofort abgekühlt wurde bis er sich hoch auftürmte und letztlich die Wasseroberfläche durchbrach. Hawaii war ‚aus dem Feuer’ geboren. Die einzelnen Inseln entstanden nacheinander, weil sich die Pazifische Platte mit circa fünf Zentimeter pro Jahr nordwestwärts über den ‚Hot Spot’ hinwegbewegt. Damit ist Big Island die bisher jüngste Insel. Mit allen Sinnen gibt sich die Insel-Entstehung zu erkennen.

Man riecht es, sieht es und fühlt es; vor allem im Gebiet der zwei aktiven Vulkane – Mauna Kilauea und Mauna Loa - auf der Insel. Hier dampft und sprudelt es, die Erde, auf der man geht, ist warm. Und nicht einfach nur lauwarm, sondern so, dass wir dankbar waren, feste Wanderschuhe unter den Füßen zu haben. Lava – junge und alte – gehört zum elementaren Bestandteil der Insel. (Mehr dazu gibt es im Blog über den Vulcano National Park.)BIG Island ist, wie der Name sagt, die größte Insel. Alle anderen ließen sich locker in einer HÄLFTE unterbringen. Allerdings leben hier nur 10 Prozent der Gesamtbevölkerung; die Einheimischen sind sicher, das man mehr Rindviecher zählen würde…Es gibt also eine ganze Menge Platz für Natur, Natur und Natur. Mehr dazu in den nächsten Blog-Einträgen.

Übrigens hat das hawaiianische Alphabet nur 13 Buchstaben. Lange Zeit kannte man keine Schriftsprache; Lieder gaben Geschichten der einen Generation der nächsten weiter. Offensichtlich erfreuten sich Vokale großer Beliebtheit, was folgende Beispiele von hawaiianischen Orten und Dingen zeigen: Pololu, Puuhonuma o Honaunau Waipio, Kohala, Punaluu, Keahau, Kealakekua, Peepeekeo oder Aloha. Schwierig zu merken, noch schwieriger auszusprechen.

Und noch ein Wort zu Aloha. Aloha ist der Rhythmus der Insel, die Lebensphilosphie der Insulaner, die wie ein roter Faden alle Lebensbereiche durchzieht. Aloha ist Begrüßung, Verabschiedung und Liebesbekundung. Aloha ist Respekt vor unseren Unterschieden und der Wertschätzung der Gemeinsamkeiten. Aloha ist der „Odem des Lebens“, wie es heißt. Die einzelnen Buchstaben stehen für: A wie Akahai Nächstenliebe; L wie Lokahi Einmütigkeit; O wie ‚Olu’olu Freundlichkeit; H wie Ha’aha’a Demut und A wie Ahonai: Geduld.

In diesem Sinne: Aloha!

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