Dienstag, Oktober 03, 2006

22. September 2006: Touring California: IV. Bryce & Zion Canyon

Unsere Tour: I. Yosemite, II. Death Valley, III. Las Vegas, IV. Bryce & Zion Canyon, V. Los Angeles, VI. Route #1 und Küste nordwärts nach San Francisco.

IV: Bryce & Zion Canyon: ‚It’s a hell of a place to lose a cow.’
(More pics: http://de.global.sendpix.com/albums/06100316/pdffn6nrn1/ - für 30 Tage)

Lässt man Las Vegas hinter sich, wird das Land groß und weit. Es ist als ob man durch ein Weitwinkelobjektiv schaut und trotzdem noch nicht im Bild ist. Das Land färbt sich rot, braun und orange, weite Täler sind eingerahmt von ersten eindrucksvollen Felsformationen. Der Highway trägt uns durch beeindruckende Canyons. Fast will man das Auto parken, den Hengst satteln, sich aufschwingen und davon reiten. Und jederzeit erwarten wir Old Shutterhand und Winnetou, die friedlich gemeinsam dem Abendrot entgegen reiten. Welcome to Marlboro Country, I mean Canyon Land. Das sind primär die US Staaten Utah, Arizona und Colorado. Sie bieten dem geneigten Besucher mit AUSREICHEND viel Zeit den Grand Circle: Zion, Bryce Canyon, Capitol Reef, Arches und Canyonland Nationalpark. 900 Meilen, ca. 1500 Kilometer. Obwohl alle Naturparks aus demselben geologischen Material bestehen und denselben Erosionsgewalten – Wasser, Wind, Frost – ausgesetzt sind, unterscheiden sie sich auffällig. Wir wollten zwei Nationalparks genauer erkunden: Zion und Bryce Canyon.

Beides eher kleinere Canyons, die man mit dem Auge gut ‚erfassen’ und vor allem durchwandern kann. Die Canyons vom Aussichtspunkt zu sehen, hilft dem eigenen Überblick, aber die Ehrfurcht vor Mutter Natur’ phantastischen Launen kommt erst beim näheren Hinschauen. So schauten, wanderten, schauten, wanderten wir. Der ‚Bryce Lookout’ eröffnet das visuelle Spektakel auf das Amphitheater aus Stein. Es sieht aus wie ein großes Rondell versehen mit versteinerten Protagonisten, die just für uns posieren. Es sind Säulen, bizarre Felsformationen in leuchtenden Farben, beige, gelb, rosa, orange, ocker, die Schattenspiele im Angesicht der vorbeihuschenden Wolken vollführen.
Die Paiutes Indianer, die viele Jahrhunderte hier lebten, nannten sie Hoodoo. Sie glaubten, Hoodoos sind versteinerte heilige Menschen. Nicht nur diese Interpretation hilft, ehrfürchtig und staunend durch sie hindurch zu wandern. In der Tat, ein ganz besonderer Ort.

Ebenyzer Bryce, ein schottischer Immigrant, kam 1875 in die Gegend und begann eine Rinderfarm. Nach ihm ist der Caynon benannt. Er umschrieb den Canyon mit: ‚It’s a hell of a place to lose a cow.’ Aber auch, wenn man sich nicht für Rindviecher interessiert, it’s a hell of a place. :-)

Im Zion Canyon beeindruckt besonders, die Lebendigkeit und Veränderlichkeit des Canyon. Er ist nicht ‚in Stein gehauen’, sondern verändert sich kontinuierlich. Erst in diesem Frühjahr krachte eine große Ladung Steine und Felsbrocken auf den Boden. Es gibt ‚Flash Floods’, die ohne Vorwarnung aus dem friedlich scheinendem ‚Virgin River’ eine reißende Flut machen, der dann Schlamm etc. rasant durch den Canyon spült und ihn dabei natürlich verändert. Rette sich wer kann NACH OBEN.

Canyon Land ist beeindruckend und auf jeden Fall ein heißer Kandidat für eine Wiederholung.

Unser nächster Stop heißt Los Angeles.

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