21 - 32 Grad, Tasmanien, Australien
Nur noch 3000 Meilen bis zur AntarktisAm Ende der Welt liegt Tasmanien oder Tassie wie die Einheimischen sagen;

wild und mit 68.000 Quadratkilometer größste Insel Australiens durch die Bass-Strait vom Mainland getrennt. 3000 Meilen weiter – und man kann die Pinguine in der Antarktis besuchen. Die Insel hat die Größe Irlands, aber nur knapp eine halbe Million Einwohner. Wenn man die Insel umrundet, sieht man mehr Schafe, Rinde, Pferde oder Wombats als Menschen. Nicht nur deshalb hat sich die Insel zum „Natural State“ deklariert.

Ein Viertel der gesamten Insel ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbe und zu 45 Prozent besteht die Insel aus Nationalparks. So haben wir es erlebt auf unserer intensiven 6 Tages-Tour um die gesamte Insel. Start in Hobart, Fahrt zum grünen Mt. Field National Park, Weiterfahrt nach Strahan, Paddeln in Tullah, dann zum beeindruckenden Cradle Mountain National Park und zur Bay of Fire.

Schlusspunkt waren der wunderschöne Tasman Island und Freycinet National Park, dessen historisches ‚Highlight’ Port Arthur ist, wo im letzten Jahrhundert kriminelle Wiederholungstäter untergebracht waren und wieder in ein normales Leben überführt werden sollten.

Das Klima auf der Insel ist sehr abwechslungsreich. An einem Tag herrschen 32 Grad und blauer Himmel, am Tag darauf fällt die Temperatur merklich und es regnet. Man muss auf alles vorbereitet sein mit Regenkleidung und Sonnenhut. Das liegt am ozeanischen Klima. Die Insel ist eine der wenigen Landmassen im Bereich der so genannten "Donnernden Vierziger" (Roaring Forties). Das heißt, es windet, stürmt, regnet und sonnt in unbeständigen Abständen. Morgens schüttet es aus allen Himmelspforten, Mittag scheint einige Kilometer weiter die Sonne und abends stürmt’s heftig. Alle Jahreszeiten an einem Tag – wir durften’s erleben. Diese „Donnernden Vierziger“ herrschen auf in dem Tasmanien-Breitengrad auf der gesamten südlichen Erdhalbkugel und treffen hier - von Landmassen ungebremst - auf Tasmanien. So ist der Westteil der Insel feuchter und kühler als der Osten.
Das hielt uns aber nicht davon ab, jeden Tag die Wanderschuhe anzuziehen und los zu marschieren!

Und was für Wanderungen das waren: über endlos scheinende Sanddünen (Henty Dunes) und durch dichtes Gestrüpp zu einsamen Stränden oder Panorama-Wege, wie der um Dove Lake am Cradle Mountain, durch dichte (kalte) Regenwälder zu wunderschönen Wasserfällen – die alle genügend Wasser hatten, weil es ja beständig unbeständig regnet – über Hügel zu eindrücklichen Buchten und Stränden, wie die Wineglass Bay oder die Nachtwanderung in Bicheno zu den winzigen Fairy Pinguinen.

Das sind herzige kleine Kreaturen (ca. 30 Zentimeter groß, d.h. die kleinsten Pinguine), die über den Tag hinweg circa 80 Kilometer auf der Jagd nach Futter zurücklegen und am späten Abend wieder an Land kommen, um ihre Jungen zu versorgen. Und ihren Watschelgang vom Meer zu ihren Nestern kann man – wenn man ganz still ist – beobachten. Oder, oder, oder - so viele Eindrücke, so viel Natur und so wenig Zeit. Will be back here!
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